Interview mit Markus Grosskopf, Helloween

Hallo Rocker!

Ich hatte das Vergnügen, Markus Grosskopf der deutschen Speed- und Power-Metal-Band Helloween kennenzulernen!

Helloween wurden 1984 in Hamburg gegründet, und zählen bis heute noch, über 30 Jahre später, zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Bands aus Deutschland.

Letztes Jahr im Mai brachten sie ein neues Album raus – „My god-given right“ – ein sowohl bei der Presse, als auch bei den Fans beliebtes Stück.

Das Konzert fand am 07. Februar 2016 im LKA Longhorn in Stuttgart statt und zog viele Metalheads aus der ganzen Region nach Stuttgart. Vor der Halle stand dann der Tourbus, in dem wir uns eine Coke aufmachten und anfingen zu quatschen… Aber lest selbst! 

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Come Backstage:

Wann hast du angefangen selbst Musik zu machen?

Markus Grosskopf:

Ich war 12, 13 Jahre alt… Meine Eltern hatten mich in ein Lager einer christlichen Gemeinschaft auf einen Bauernhof geschickt, wo wir Kinder dann Abenteuer-Kram erleben konnten… Wir haben beispielsweise im Stall übernachtet. (grinst) Und da habe ich so Kollegen kennen gelernt, denen die Sex Pistols, Ramones, AC/DC, KISS und so sehr gefallen haben… Mit denen habe ich dann auch eine Band gegründet! Die haben schon zusammen gespielt, Schlagzeuger und Gitarrist… Ich bin dann als Bassist dazugestoßen! Hat dann auch auf Anhieb super geklappt… Also nicht mit Plattenvertrag oder ähnlichem (lacht) aber es hat Spaß gemacht!

Come Backstage:

Das ist doch auch das wichtigste! Und was waren im allgemeinen deine Einflüsse, zu der Zeit sowie später dann? 

Markus Grosskopf:

Wie eben erwähnt Sex Pistols, Ramones und die ganzen… Etwas später kamen dann AC/DC und Thin Lizzy dazu… Ted Nudgent… U.F.O, KISS, Ozzy Osbourne und Black Sabbath… Irgendwann kamen dann auch die Beatles, natürlich, die kommen ja immer irgendwann (lacht). Doch von diesen Bands bin ich auch nach wie vor ein großer Fan!

Come Backstage:

Konntest du im Laufe Deiner Karriere denn mit einem Deiner Idole spielen? 

Markus Grosskopf:

Na klar! Mit Iron Maiden, die damals auch ein großer Einfluss waren, haben wir ewig gespielt! Dann mit Judas Priest letztes Jahr erst viele Festivals, coole Jungs, da war alles super. Das macht dann besonders Spaß, klar. (lächelt) Dann haben wir mit Ozzy Osbourne gespielt, wir haben mit Black Sabbath gespielt, DIO damals…

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Come Backstage:

Wow! Was ist das denn dann für ein Gefühl, mit eben den Bands zu spielen, zu denen man als kleines Kind oder auch Teenie noch aufgesehen hat? 

Markus Grosskopf:

Es ist einfach nur KLASSE! Dann siehst du sie da stehen und denkst dir: „man, irgendwas muss ich in meinem Leben richtig gemacht haben!“, es ist natürlich eine Bestätigung die man bekommt.

Come Backstage:

Klingt auch geil… Bist du von irgendwem enttäuscht worden?

Markus Grosskopf:

Nein, im Gegenteil! Es ist schön zu sehen wie sie arbeiten und dass sie noch ganz normal sind, cool sind… In dem großen Bereich, im hohen Level, sind sie irgendwie alle immer supercool! Es ist kein Arschloch dabei… Selbst die Crew von Ozzy Osbourne, als uns vor zwei Jahren das Equipment beim Zoll stecken geblieben ist… Da mussten wir verschiedene Dinge anfragen… und dachten uns schon „uhh…. hm ob das so eine gute Idee ist… so als Vorband…“. Aber dann kamen schon die Techniker und haben uns riesen Kisten hingestellt mit allem drum und dran…

Come Backstage:

Das ist ja nett! 

Markus Grosskopf:

Ja, total! Ihm war es nur wichtig dass alles wieder ordentlich in der Kiste landet. Wir konnten uns nehmen was wir wollten! Da gehts dann wieder super-locker zu…

Come Backstage:

Das erwartet man im ersten Moment vielleicht auch nicht direkt…

Markus Grosskopf:

Nein, wir hatten wirklich Sorge…

Ich habe sogar mal einen Bass von Steve Harris bekommen!! Für zwei, drei Shows sogar. Unser Equipment war in Südamerika stecken geblieben…

Come Backstage:

Sagmal, passiert euch sowas oft? (lacht) 

Markus Grosskopf:

Naja, in 30 Jahren kommt schon was zusammen… (lacht).          Das passiert jetzt nicht alle 5 Jahre oder so, um das mal in meinen Dimensionen zu erzählen (lacht). Und dann habe ich so einen schweren Fender Bass von Steve Harris gespielt. Ich habe mich nur gefragt, was dieser Mann für furchtbare Rückenschmerzen haben musste (lacht), das waren diese alten, schweren Fender Dinger. Das hat richtig Spaß gemacht! Er spielt auch ganz andere Seiten, aber ich habe es dann einfach so gespielt, wie es gekommen ist, auch mit seinem Strickgurt rum und alles… Ich konnte alles benutzen, das war großartig (grinst).

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Come Backstage:

Und wie schafft man es, in über 30 Jahren immer noch interessant zu bleiben und neue Fans zu gewinnen? Ich habe vor der Halle schon einige junge Menschen entdeckt… 

Markus Grosskopf:

Ja, das ist mir auch aufgefallen! Es sind extrem viele junge Leute da… Sogar teilweise mit ihren Eltern, wo Vattern und Muttern schon Helloween gehört haben. Wir haben gesagt, wenn nachweislich drei Generationen schon auf ein Helloween Konzert waren, kommen sie auf’s nächste alle drei umsonst rein.

Come Backstage:

Das ist mal eine geile Idee! 

Markus Grosskopf:

Ja, das mag vielleicht noch etwas dauern, aber so in ein paar Jährchen ist das durchaus denkbar!

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Come Backstage:

Was glaubst du denn, was eure „Geheimzutat“ ist, um die jungen Leute anzuziehen?

Markus Grosskopf:

Naja, wir hören einfach nicht auf! (lacht) Wir machen immer weiter und versuchen immer eine gute Qualität der Songs zu bieten. Und es scheint ja tatsächlich zu funktionieren! Außerdem kann es ja sein, dass sie mit moderneren Dingen anfangen, so war es bei mir auch, um irgendwann aber an die Wurzeln der jeweiligen Musik zurückzukehren. Ich zum Beispiel fing mit den Sex Pistols und so an, und landete am Ende bei Chuck Berry! Vielleicht fangen sie bei moderneren Bands an, die vom Heavy beeinflusst sind, wie Limp Bizkit, und enden dann bei uns. (grinst)

Come Backstage:

Also ist das so der Lauf der Dinge… 

Markus Grosskopf:

Irgendwann frägt sich jeder wo das herkommt, wo die Wurzeln sind…

Come Backstage:

Stimmt! Letztes Jahr im Mai habt ihr „My god-given right“ rausgebracht… Sowohl die Presse als auch die Fans sind restlos begeistert von dem Album! Wie zufrieden seid ihr denn?

Markus Grosskopf:

Total zufrieden! Es ist schön, wie schon gesagt, dass sich auch so viele junge Leute dafür interessieren! Das ist immer eine gute Sache, wenn man es schafft sie zu begeistern. Das hält jung! (grinst)

Come Backstage: 

Eure Tour wird euch dieses Jahr noch durch viele verschiedene Länder führen: Von Kanada, über die USA bis nach Japan. Wo spielst du am liebsten und wieso?

Markus Grosskopf:

Ich spiele überall gerne! Wenn man durch die Straßen geht ist das dann sehr interessant, und auf der Bühne stehe ich überall gerne.

Come Backstage:

Was sind in den verschiedenen Ländern so die Unterschiede? Auch von den Fans her… 

Markus Grosskopf:

Die Höhe der Zurufe! (lacht) In Japan ist das ganze ein paar Oktaven höher als hier bei uns.

Come Backstage:

Wenn Du einen jungen Menschen dazu bringen müsstest, Rockmusik zu hören, welches Lied würdest Du ihm vorspielen und warum?

Markus Grosskopf:

Naja ich würde mal niemanden dazu zwingen… Aber wenn er noch gar nichts davon weiß… Vermutlich etwas von Thin Lizzy, das ist gut für den Anfang! Er ist ja der Rock’n’Roll Romantiker und das hören auch viele, die sonst nicht so auf Rock abfahren. Und ich denke das ist eine gute Basis, das weitersuchen nach Bands danach kommt dann von ganz allein!

Come Backstage:

Und welchen Song genau?

Markus Grosskopf:

Hmm… schwer… Rosalie wahrscheinlich! Der ist immer noch am rockn’n’rolligsten mit vielen Gitarren aber nicht ZU viel, als dass es sie abschrecken würde. Damit könnte man sie gut ranbringen! Es ist ein lockerer Song, man kann noch dazu tanzen und vor allem: es gibt ein gutes Gefühl zu dem, was danach noch kommen könnte (grinst)

Come Backstage:

Das ist mit die plausibelste Erklärung die ich je bekommen habe! (lacht) Und die letzte Frage, wenn Du ein imaginäres Abendessen mit drei Personen Deiner Wahl führen könntest, wer wäre es und wieso?

Markus Grosskopf:

Wen ich einladen würde…hmmm… mit wem würde ich denn gerne essen gehen. Mit Steve Harris war ich ja schonmal essen!

Come Backstage:

Das kann nicht jeder von sich behaupten… (lacht)

Markus Grosskopf:

Stimmt! Aber ihn würde ich trotzdem einladen… Und John Hendricks auf jeden Fall! Einfach weil das so meine Idole sind, und ich ihren Humor mag. Und die haben natürlich auch Geschichten zu erzählen! Außerdem würde ich noch Ronnie James Die einladen, weil er so ein Gentleman ist! Der bringt dann Eleganz in die Runde, mit einem guten Wein und guten Manieren… (lacht)

 

Für jeden der jetzt Lust bekommen hat, Helloween live zu erleben, hier die nächsten Tourstopps:

19.02.2016 Zlin (Hala Euronics) CZ
20.02.2016 Prague (Forum Karlin) CZ
22.02.2016 Nassau & Monster Beach At Great Stirrup Cay (Monsters Of Rock Cruise) BS
28.02.2016 Montreal (Olympie Theatre) CA
29.02.2016 Quebec City (Imperial Theatre) CA
01.03.2016 New York, NY (Best Buy Theater) US
03.03.2016 Cleveland, OH (Agora Theater) US
04.03.2016 Chicago, IL (Concorde Music Hall) US
06.03.2016 Seattle, WA (Showbox At The Market) US
07.03.2016 Los Angeles, CA (The Avalon) US
28.04.2016 Paris (Le Trianon) FR
29.04.2016 Losheim (Hexentanz Festival) DE
30.04.2016 Kopervik (Karmoygeddon) NO
06.05.2016 Inzell (Mäxival Festival) DE
11.06.2016 Alsöörs (Harley Davidson Open Road Fest) HU
19.06.2016 Hiroshima (Quattro) JP
22.06.2016 Osaka (Namba Hatch) JP
24.06.2016 Nagoya (Diamond Hall) JP
25.06.2016 Tokyo (Ex Theater) JP
26.06.2016 Tokyo (Ex Theater) JP
05.08.2016 Knislinge (Helgeafestivalen) SE
12.08.2016 Villena (Leyendas Del Rock) ES

 

 Quelle: http://www.nuclearblast.de/de/label/music/band/tourdates/70954.helloween.html

Eure Ornella.

Long live Rock’n’Roll!

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