Interview mit Scott Leach, Crystal Ball

Hallo Rocker!

Am Samstag hatte ich das Vergnügen, Scott Leach kennenzulernen. Er ist der Leadgitarrist der Schweizer Band Crystal Ball. Ein wahnsinnig freundlicher und zuvorkommender Mensch und unglaublich talentierter Musiker!

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Crystal Ball gründeten sich 1995 als Cover-Band namens „Cherry Pie“. Vier Jahre später, 1999 wurde Crystal Ball offiziell ins Leben gerufen, und hier begannen auch die Arbeiten am ersten Album und die erste Tour als Crystal Ball.

Das Konzert fand im Rahmen des 11. Rock for One World Benefizfestivals im KOMMA in Esslingen statt. Im Jahre 2005 wurde das Festival ins Leben gerufen, nachdem der ehemalige Veranstalter Ralf Schulz den Tsunami in Thailand 2004 überlebt hatte. Alle Einnahmen wurden und werden für gemeinnützige Zwecke gespendet. Nachdem Schulz kurz vor dem 9. ROW Festival überraschend verstarb, wird sein Gedankengut weitergeführt.

Hier mein Interview mit Scott Leach, viel Spaß beim Lesen. Come Backstage…!

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Come Backstage:

Ihr habt als Coverband angefangen. Welche Bands bzw. welche Songs habt ihr damals gecovert?

Scott Leach:

Querbeet, vor allem 80er Jahre Sachen. Von Bon Jovi über Queensrÿche, Yngwie Malmsteen, Dokken, Poison… Also alles was rockt. Oft auch Songs die sonst niemand gecovert hat: Kein Smoke on The Water, kein Sweet Home Alabama… All diese Sachen haben wir nicht gemacht, die die typischen standard Coverbands machen, sondern eher neuere Sachen oder eben Songs die sonst keine coverte.

Come Backstage:

Zum Beispiel?

Scott Leach:

Gerade Dokken… Das hat niemand sonst gecovert.

Come Backstage:

Das hat euch natürlich Gehör verschafft bei den Fans…

Scott Leach:

Ja auf jeden Fall bei den Fans! Und die die das nicht kannten, dachten zum Teil, dass das unsere Songs seien!

Come Backstage:

Auch geil, das ist nicht das schlechteste bei großartigen Künstlern wie Dokk & Co….

Scott Leach:

(lacht) Ja das war wirklich lustig und natürlich ein großer Vorteil.

Come Backstage:

Und wie seid ihr dann auf die Idee gekommen, eine eigene Band zu gründen oder was hat euch dazu bewegt dass dann so durchzuziehen?

Scott Leach:

Eigentlich war das von Anfang an das Ziel, eigene Songs zu machen. Am Anfang war es schwierig, die richtigen Leute zusammenzukriegen… Und als Coverband konnte man viel Spielen und sich einen Namen machen und Erfahrung sammeln. Außerdem konnte man so auch das LineUp testen, wenn man auf Tour ist merkt man nämlich sehr schnell, ob man zusammenpasst. Dadurch dass wir dann in etwas mehr als einem Jahr über 100 Shows gemacht haben, merkten wir dass das funktioniert und die Konstellation gut ist.

Come Backstage:

Wie verlief dann der Übergang von einer Coverband zum eigentlichen Projekt, Crystal Ball?

Scott Leach:

Wir haben irgendwann einfach gesagt, wir haben so ziemlich überall gespielt, jetzt wird es Zeit für eigene Songs! Und das haben wir dann auch nicht mehr vermischt… Wir sind dann gleich als Crystal Ball gestartet. Als die erste CD erschienen ist, gab’s keine Covers mehr. Das war dann ein klarer Schnitt.

Come Backstage:

Und wie seid ihr allgemein auf den Bandnamen Crystal Ball gekommen?

Scott Leach:

Nun wir hießen früher als Band Cherry Pie.

Come Backstage:

Wegen dem Song von Warrant tatsächlich?

Scott Leach:

Ja genau (lacht). Das war auch total Absicht, man sollte gleich merken, dass wir eine Coverband sind. Und danach, mit eigenen Songs, sollte der Bandname mit nichts in Verbindung gebracht werden was es schon gab. Zudem hatten wir unseren ersten Plattenvertrag in Japan, und bei ihnen sind Kirschblüten irgendwie heilig (grinst). Darauf hin haben sie uns empfohlen, lieber einen anderen Bandnamen anzunehmen. Dann haben wir uns zusammengesetzt und Brainstorming gemacht. Was lässt viel Raum für Interpretation? Dann kamen wir irgendwann auf Crystal Ball, weil darin die Zukunft ist, in der Kristallkugel. Das lässt einfach viele Konzepte zu (lächelt).

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Come Backstage:

Und wenn du jemandem, der Crystal Ball nicht kennt, den Sound beschreiben müsstest…?

Scott Leach:

Ich beschreibe es immer als melodischen Hard-Rock. Harte Riffs, aber immer melodische Chorusse, oft mehrstimmig. Vor allem aber immer mitsing- und hörbar.

Come Backstage:

Würde mich neugierig machen, wenn ich es noch nicht kennen würde (grinst). Wie du schon sagtest, hattet ihr bereits unzählige Live-Auftritte. Wird es irgendwann einmal zu einem standard-Job wie jeder andere? Kommt der Alltag rein oder wird es sogar langweilig?

Scott Leach:

Nein, absolut nicht. Aber dafür haben wir vielleicht auch noch zu wenige (grinst). Ich weiß es nicht wie es ist, wenn Du jetzt ein Jahr oder Zwei am Stück auf Tour bist. Vielleicht wird es dann irgendwann Routine. Bei uns ist es immer noch etwas ganz besonderes, wir freuen uns auf jeden einzelnen Gig, es ist immer ein Highlight. Es ist auch immer etwas anderes (lächelt).

Come Backstage:

Also kommt da noch keine Routine rein?

Scott Leach:

Routine ja, man hat Erfahrung… Aber niemals Langeweile!

Come Backstage:

Wo spielt ihr denn am liebsten? Ist es dann doch eher die Heimat in der Schweiz oder auch andere Länder?

Scott Leach:

Andere Länder sind natürlich immer spannend, da man immer etwas neues erlebt und sieht. In der Schweiz hat man natürlich den Vorteil, dass man Abends meistens ins eigene Bett kommt, was auch ganz gut ist (lacht). Aber es ist einfach so, wo auch immer uns die Leute hören wollen, spielen wir gerne. Wo ist da sekundär… Solange das Publikum da ist und die Bedingungen stimmen, dann ist alles gut. Gern natürlich Mal was neues, exotisches erleben, das ist cool.

Come Backstage:

Merkst du grundlegende Unterschiede in den jeweiligen Ländern, oder ist es überall ähnlich?

Scott Leach:

Es gibt schon Unterschiede, absolut! Beispielsweise im Ostblock merkt man, dass die Leute unglaublich dankbar sind und gar nicht verwöhnt. Zumindest war das vor ein paar Jahren so, ich war jetzt schon eine Weile nicht mehr da… Sie sind sehr enthusiastisch, weil sie auch nicht so ein Überangebot haben wie hier, das hat man schon gemerkt. Aber vielleicht ist das inzwischen auch anders (lächelt).

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Come Backstage:

Wie kann man sich denn einen Tag mit euch auf Tour vorstellen?

Scott Leach:

WARTEN! (lacht) Eigentlich besteht das ganze Tourleben aus WARTEN.

Come Backstage:

(lacht). Warten auf die Show oder wie meinst du das?

Scott Leach:

Es kommt ein bisschen darauf an. Jetzt sind wir quasi für ein paar Einzelshows unterwegs, da fahren wir selbst… Das ist nicht ganz so spektakulär (lächelt). Wenn wir länger unterwegs sind, ist das mit dem Tourbus… Aber der ganze Tag besteht eigentlich wirklich aus warten, wirklich (lacht). Wir fahren irgendwo hin, dann wartet man bis man reinkann. Anschließend wartet man auf das Catering, dann wartet man auf den Soundcheck und wieder auf’s Essen… Danach wartet man dann auf die Show, du siehst also… (lacht).

Come Backstage:

(lacht). Und was macht ihr dann so zwischendurch?

Scott Leach:

Oft gibt’s was zu besprechen, aber oft hängt man einfach rum. Dann gibt es Stunden wo man nichts machen kann. Wenn’s längere Tourneen sind, nimmt man natürlich einen Laptop mit, manchmal schaut man sich die Stadt an… Je nach dem wo das dann auch ist.

Come Backstage:

Plant ihr denn zurzeit ein neues Album?

Scott Leach:

Wir sind schon sogar über die Planung hinaus, am Aufnehmen (lächelt).  Songwriting und Recording. Ein paar Songs haben wir schon fertiggeschrieben und aufgenommen, weitere sind jetzt in Arbeit. Geplant ist es, dass es im Herbst erscheint. Wir sind sehr ambitioniert mit dem Zeitplan wenn ich ehrlich bin. Wir sind also voll dran und sobald die Shows hier vorbei sind, ist wieder vollgas-arbeiten am Album angesagt (lächelt).

Come Backstage:

Das klingt ja großartig! Wie sieht’s mit einer anschließenden Tour aus?

Scott Leach:

Auf jeden Fall! Bereits geplant ist, dass wir mit Shakra durch die Schweiz touren werden. Ich hoffe, es ist in Vorbereitung deshalb weiß ich es noch nicht genau, dass Deutschland auch dabei sein wird. Aber es ist noch nicht genau raus.

Come Backstage:

Ich würde mich sehr freuen! (lächelt)

Scott Leach:

Ich mich auch (grinst), wird sich aber noch zeigen. Ich hoffe natürlich auch, dass zusätzlich noch etwas kommt, aber das ist noch zu früh jetzt.

Come Backstage:

Wir sind gespannt (lächelt). Wenn Du einen jungen Menschen dazu bringen müsstest, Rockmusik zu hören, welches Lied würdest Du ihm vorspielen und warum?

Scott Leach:

Ich glaube ich würde ihm Bohemian Rhapsody von Queen vorpsielen!

Come Backstage:

Wow, du bist der erste überhaupt der mir so schnell eine Antwort auf diese Frage hat! (lächelt)

Scott Leach:

(lacht), ja da bin ich jetzt selbst total überrascht! Der Song beinhaltet alles was die Rockmusik so hergibt, und noch darüber hinaus! Das ist einfach ein Meisterwerk irgendwie… Es ist musikalisch unglaublich gut, und es transportiert so viel Leidenschaft!

Come Backstage:

Da stimme ich Dir voll zu! Das ist ein großartiger Song. Meine letzte Frage wäre dann noch folgende: Wenn Du ein imaginäres Abendessen mit drei Personen Deiner Wahl führen könntest, egal ob aus der Vergangenheit, der Zukunft, was auch immer… Wer wäre es und wieso?

Scott Leach:

Oh uh gleich mit drei Personen… Da muss ich kurz nachdenken (grinst).

Aber bleiben wir gleich mal bei Queen, ich würde Freddie Mercury einladen. Ich habe ihn leider noch nie live gesehen, aber ich denke, dass er eine großartige Persönlichkeit war. Mit ihm würde ich mich auf alle Fälle gerne mal unterhalten. Brian May von Queen würde ich auch gerne treffen, aus ähnlichen Gründen. Und dann noch Yngwie Malmsteen, das wäre eine coole Runde. (lächelt).

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Für alle, die Crystal Ball noch nicht kennen: HÖRT EUCH REIN. Es lohnt sich. Live sind die Schweizer große klasse und ich freue mich schon sehr, wenn es im Herbst eine neue Platte und Tour gibt. Dann werde ich hoffentlich Scott erneut treffen, und mich mit ihm backstage über die neue Platte unterhalten. Bis dahin… Stay tuned!

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

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