Interview mit Michelle Darkness, End of Green

Hallo Rocker!

Am Samstag habe ich Michelle Darkness der Göppinger Band End of Green getroffen. Es war ein sehr lustiges Gespräch Im Wizemann in Stuttgart. Er hat mir verraten wie es damals zu Gründung kam, wer seine Einflüsse sind und ob ein neues Album geplant ist – aber lest selbst…

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Come Backstage:

End of Green gibt es seit 1992. Wie kam es damals zu der Gründung?

Michelle Darkness:

Jetzt holst Du aber gerade ziemlich weit aus (lacht). Wie war denn das damals… Wir haben irgendwann einfach angefangen, Musik zu machen. Damals waren es noch der Schlagzeuger und ich, wir hatten einen anderen Sänger.

Come Backstage:

Achso, tatsächlich?

Michelle Darkness:

Ja, der ging dann irgendwann. Dann hat Matze gesagt, dass ich einfach singen soll, und seitdem singe ich eigentlich (lächelt).

Come Backstage:

Gott sei dank hat Euch der alte Sänger verlassen, da sind wir alle sehr glücklich darüber (lächelt)!

Michelle Darkness:

So war das damals, alles ganz unkompliziert.

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Come Backstage:

Über Euren Musikstil an sich scheint sich ja niemand einig zu sein…Wo würdet Ihr Euch einordnen?

Michelle Darkness:

Wir uns auch nicht (lacht). Das ist schwierig… Ich glaube, dass man das gar nicht so einordnen kann. Wir machen einfach die Musik, die wir eben machen, und dann wird eben viel verglichen…

Come Backstage:

Wie kommt es denn, dass Ihr Euch eher in die ich nenne es mal „dunklere Ecke“ der Musik befindet?

Michelle Darkness:

Schwierig… Wahrscheinlich sind es unsere inneren Dämonen, die wir damit bekämpfen! (lacht)

Die innere Traurigkeit… Wir sind ja so ganz lustig, aber jeder hat auch andere Seiten in sich…

Come Backstage:

Naja, jeder braucht ein Ventil… (lacht)

Michelle Darkness:

Stimmt (lacht). Vielleicht machen wir ja auch mal einen DJ Bobo Sound oder so (lacht)…

Come Backstage:

Oh bitte nicht, Eure Musik ist doch so gut! (lacht)

Michelle Darkness:

Ich gebe Dir auf jeden Fall bescheid wenn es mal wechselt! (lacht)

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Come Backstage:

Was hörst Du denn gerne privat?

Michelle Darkness:

Ich höre sehr viel alte Sachen… Johnny Cash zum Beispiel. Aber auch viel in der düsteren Ecke. Oder auch Glam Rock…

Come Backstage:

Welche Bands denn?

Michelle Darkness:

Poison, Guns’N’Roses…

Come Backstage:

NEIN! Wirklich?

Michelle Darkness:

Da könnte ich Dir jetzt alle aufzählen…

Come Backstage:

Also das hätte ich jetzt nicht gedacht! (lacht)

Michelle Darkness:

(lacht) Doch, klar! Da komme ich her… Poser Rock.

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Come Backstage:

Wahnsinn… Kennst du Reckless Love? Eine echt gute, finnische Band, die sich noch in der Ecke bewegt. Hab die Jungs vor zwei Wochen interviewt…

Michelle Darkness:

Ich glaube ich habe es schonmal gelesen… Die sind relativ neu oder?

Come Backstage:

Ja, etwas…

Michelle Darkness:

Oder auch Steel Panther gibt’s heutzutage… Die sind halt wirklich witzig!

Come Backstage:

Ich LIEBE diese Band.

Michelle Darkness:

Und Mötley Crüe, klar… Schade, dass sie sich halt mittlerweile getrennt haben…

Come Backstage:

Gerade trage ich ein Shirt von Mötley. (lacht)

Michelle Darkness:

Tatsächlich! (lächelt)

Come Backstage:

Hast Du sie auf der Abschlusstour gesehen?

Michelle Darkness:

Nein, diesmal nicht… Habe aber ein Video von Rock in Rio oder sowas gesehen… Er sieht inzwischen aus wie ein Doughnut und singen kann er auch nicht mehr wirklich… (lacht)

Come Backstage:

Das stimmt so nicht, ich habe ihn live gesehen und es war wirklich gut! Außerdem behauptet das auch jeder von Axl Rose…

Michelle Darkness:

Gut, der singt ja jetzt bald angeblich auch bei AC/DC…

Come Backstage:

Das wäre die größte Fehlentscheidung überhaupt…

Michelle Darkness:

(lacht) Das wäre wahrscheinlich eher für AC/DC schlecht…

Come Backstage:

Ach Axl ist gut! Ich habe ihn 2012 mit „Guns’N’Roses“ in der damaligen Besetzung in Mönchengladbach gesehen, und entweder es war Playback oder er war stimmlich einfach nur verdammt gut!

Michelle Darkness:

Wahrscheinlich war es ein verdammt gutes Playback! (lacht)

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Come Backstage:

Ich hoffe nicht, lass mir meine schönen Erinnerungen! (lacht)

Wie hat sich denn End of Green in den 23 Jahren Bandgeschichte verändert?

Michelle Darkness:

Ich weiß gar nicht ob wir uns so arg verändert haben… Wir sind alle älter geworden. (lacht)

Come Backstage:

Das kann man nunmal nicht vermeiden (lächelt).

Michelle Darkness:

Wir hängen auch schon ewig miteinander ab… Es gab keine Abgänge mehr… Damals kam noch Setzer hinzu, den haben wir im Prag dazu überredet sich uns anzuschließen… Jetzt machen wir ja eine Akustik Tour, wahrscheinlich wegen dem Alter, wir sind ja jetzt auch schon über 40… (lächelt)

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Come Backstage:

Irgendwann muss man auch langsamer tun… (lächelt) Du hast es gerade angesprochen, Ihr seid derzeit auf Eurer Darkoustic Tour, wie kommt es, dass Ihr diesmal leiser werdet?

Michelle Darkness:

Wir haben das schonmal gemacht, mit Subway to Sally… Und das Konzert in der Röhre noch damals. Dann haben wir uns einfach gedacht, dass wir auch ein paar mehr Konzerte spielen könnten, weil es auch wirklich gut ankam bei den Menschen. Gestern auch in München… Es war wirklich nochmals was anderes, man nimmt es ganz anders wahr!

Come Backstage:

Merkt Ihr das auch im Publikum?

Michelle Darkness:

Es ist entspannter, deshalb geht es mehr in die Tiefe… Wir werden es ja heute Abend sehen. (lächelt)

Come Backstage:

Was erwartet denn die Fans auf dieser Akustik Tour?

Michelle Darkness:

Keine große Bühnenshow, einfach nur End of Green. Diesmal geht es wirklich extrem um die Musik.

Come Backstage:

Ich bin gespannt! (lächelt) Wer ist denn bei euch für’s Song-schreiben verantwortlich?

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Michelle Darkness:

Ach, irgendeiner hat immer etwas im Gepäck. (lächelt) Mittlerweile entstehen die Songs im Homestudio und dann jammen wir sie noch im Proberaum aus… (lächelt)

Come Backstage:

Klingt spaßig! Woher bekommt Ihr denn Eure Inspirationen?

Michelle Darkness:

Manchmal sogar beim Kaffee morgens… Es kommt ganz drauf an, bisher hat es aber immer sehr gut funktioniert! (lächelt)

Come Backstage:

Du hast auch viele Nebenprojekte… Was steht da so an?

Michelle Darkness:

Never Ending Story habe ich beispielsweise aufgenommen und ein bisschen mitgemacht… Dann gibt es noch die Andy Death Company.

Come Backstage:

Was macht Ihr da?

Michelle Darkness:

So eher dunkleren Pop. Power Pop. Wir spielen bei „Rock in Esslingen“ am 18. Juni…

Come Backstage:

Das darf ich mir nicht entgehen lassen. (lächelt)

Michelle Darkness:

Da wirst du es dann sehen. (lächelt)

Come Backstage:

The Painstream war Euer letztes Album, das ist vor drei Jahren erschienen… Kommt noch was nach?

Michelle Darkness:

Wir sind dabei, ja! Wenn es gut läuft wird es nächstes Jahr veröffentlicht, und dann geht es auf Tour! Das haben wir meistens so gemacht…

Come Backstage:

Dann dürfen wir uns ja auf etwas freuen! (lächelt) Was sind Eure Ziele für die nächsten Jahre?

Michelle Darkness:

Gesund bleiben. (lacht) Man wird ja doch nicht jünger…

Come Backstage:

Ach schau Dir einfach mal Keith Richards an, der steht auch noch auf der Bühne… (lacht)

Michelle Darkness:

(lacht laut los) Ja sitmmt, wenn man das so sieht… Also wenn wir das schaffen, in dem Alter noch auf der Bühne zu stehen… Wow… (lacht)

Come Backstage:

Ich wünsche es Euch! Endspurt… Wenn Du einen jungen Menschen dazu bringen müsstest, Rockmusik zu hören, welchen Song würdest du Ihm vorspielen und warum?

Michelle Darkness:

Oh gott… Keine Ahnung…

Come Backstage:

Welcher Song hat Dich denn damals umgehauen?

Michelle Darkness:

Mich?! Oh jetzt wird’s peinlich… Nein Spaß… Ich gaube meine erste Platte war Status Quo…

Come Backstage:

Oh, ein Klassiker…

Michelle Darkness:

Ich würde ihm oder ihr auf jeden Fall einen Klassiker vorspielen… Aber das wird sicherlich etwas längeres, deshalb wird es eher ein Rock’n’Roll Seminar, an einem Wochenende oder so. Dann hat man ihn geheilt… (lacht) Oder man spielt ihm solange schlechte Musik vor, bis er Rock hört…

Come Backstage:

(lacht) Das wäre ein schöner Gedanke… Und wenn Du ein imaginäres Dinner mit drei Personen deiner Wahl haben könntest… Wer wäre es und wieso?

Michelle Darkness:

Brandon Lee! Ich war damals sicher fast 15 Mal hintereinander bei „The Crow“ im Kino! Keith Richards und auf jeden Fall Johnny Cash… Dies bedarf keiner Erklärung… (grinst)

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Man hätte meinen können, dass es in Göppingen wäre, nur dass es eben Im Wizemann in Stuttgart war. Bekannte Gesichter, Freunde und Family – alle waren gekommen um End of Green auf Ihrer Darkoustic Tour live zu erleben. Und es hat sich gelohnt! Die Stimme von Michelle Darkness entspannt begleitet von akustischen Gitarren und natürlich einem Schlagzeug fing jede einzelne Person im Raum ein. Man konnte gar nicht anders als gebannt zuhören – eine Stimme die direkt unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt.

Nach dem Interview habe ich mir gedacht wie gut es passen würde, wenn Sie Hurt von den Nine Inch Nails (und natürlich dem legendären Cover von Johnny Cash…) umsetzen würden. Wie es der Zufall so wollte, hörte ich auf einmal „…I hurt myself today To see if I still feel…“ – und konnte es kaum glauben! Sie brachten es noch besser rüber, als ich mir es hätte je vorstellen können. Ich hatte Gänsehaut und meine Augen sind auch nicht trocken geblieben. Eine Wahnsinns Version eines legendären Songs, performt von einer Band die es versteht, Gefühle weiterzutragen.

Wer End of Green noch nicht kennt sollte sich definitiv reinhören, und bei der nächsten Chance  unbedingt das Konzert besuchen!

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

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