Interview mit Jim Müller, Kissin‘ Dynamite

Hallo Rocker!

Bei der Release Party zu „Generation Goodbye“ in der Rockfabrik Ludwigsburg habe ich Jim Müller von Kissin’ Dynamite getroffen. Vor vier Jahren haben wir uns beim Dreh von „Six Feet Under“ kennengelernt, ich habe Euch hier mal eine kleine Collage gebastelt:

Collage_Jim

Wir sind ein bisschen älter, reifer und weiser geworden, aber das ist wie mit den guten Weinen… 😉

Ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie Kissin’ Dynamite an diesem Album gearbeitet haben und welche Stories hinter den Songs stecken. Außerdem war es sehr beruhigend zu erfahren, dass es noch echte Rocker gibt, die auf Tour auch gerne mal auf den Putz hauen! Aber lest selbst…

Comebackstage:
Hi Jim, schön Dich wiederzusehen! (lächelt)

Jim Müller:
Hi Ornella, freut mich auch! (lächelt)

Comebackstage:
Ihr habt mit Kissin’ Dynamite jetzt Euer fünftes Studioalbum „Generation Goodbye“ veröffentlicht  – wie habt Ihr Euch seit Eurer ersten Platte verändert?

Jim Müller:
Ande und ich sind breiter geworden… (lacht) Es hat sich wie immer viel verändert, da wir eine Band sind, die sich nicht auf irgendwelche Lorbeeren ausruhen will! Wir überlegen uns eigentlich schon sobald die neue Platte draußen ist, was wir das nächste Mal anders machen wollen.  Da war ziemlich schnell klar, dass wir dieses Mal viel selbst machen wollen. Wir haben bisher ziemlich viel mit unserem Produzenten zusammengearbeitet seit 2007, auch was das Songwriting angeht… Für „Generation Goodbye“ wollten wir alle Songs selbst schreiben und das hat meiner Meinung nach echt gut funktioniert! (lächelt) Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis. Wobei es als Band immer sehr schwierig ist einzuschätzen, man macht immer das, worauf man Lust hast, und das ist in dem Moment einfach am geilsten und macht am meisten Spaß. (lächelt) Jede Band sagt immer, dass das neuste Album das sie rausgebracht haben, das Beste aller Zeiten ist – was es aber aus der Sicht der Band aber auch ist! Es spiegelt nämlich genau die Situation wieder, in der die Band sich gerade befindet, musikalisch und auch textlich gesehen.

Comebackstage:
Und wo habt ihr Euch während den Arbeiten an „Generation Goodbye“ befunden?

Jim Müller:
Naja, wir haben uns in letzter Zeit ziemlich aufgeregt über die ganzen Leute, die immer am Smartphone hängen… Es gab letztens eine Szene: Es stand ein Mädel in der ersten Reihe… Wenn man da das Smartphone auspackt um Bilder zu machen oder ein Video zu drehen, kann ich es gerade noch so verstehen, weil man versucht einen Augenblick festzuhalten… Aber wenn man SMS(!) schreibt, das kann ich dann nicht verstehen.

Comebackstage:
Achwas, das glaube ich nicht!

Jim Müller:
Doch, ohne Witz!! Ich hab Ihr dann echt ein paar Songs lang zugeschaut und dann war’s mir zu blöd, ehrlich! Ich habe ihr dann, während Sie drauf gestarrt hat, das Handy weggenommen, auf meinen Verstärker gelegt, und Ihr nach dem Konzert wiedergegeben. Die war echt mega beleidigt! Kannst Du Dir das vorstellen?

Comebackstage:
Ehrlich gesagt nicht, nein. Das ist echt dreist!

Jim Müller:
Ich hab Ihr dann einfach nur gesagt: „Wenn Du zum SMS schreiben kommst, dann kannst Du auch nach hinten stehen. Mach einfach nur Platz, es gibt nämlich genug Leute, die in die erste Reihe wollen.“

Comebackstage:
Wo war das?

Jim Müller:
Ich glaube es war in der Matrix, in Bochum dieses Jahr. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir sogar schon den Song dazu geschrieben und es hat alles so perfekt gepasst. (lacht)

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Comebackstage:
Wie lief es mit der Produktion des Albums?

Jim Müller:
Wir haben einfach alle Songs selbst geschrieben, und Hannes hat dann angefangen zu produzieren. Er hat ja inzwischen fertig studiert an der Popakademie in Mannheim, wo ich seit September auch bin. (lächelt) Es ist dann auch immer geiler geworden was er im Studio gemacht hat,… Die Gitarrenpuren habe ich zum Beispiel in meiner kleinen Studentenbude aufgenommen (grinst) während der letzten Prüfungszeit (grinst) – ich war SEHR beliebt im Wohnheim! (lacht) Irgendwann rief er an und meinte, dass er es jetzt gerne zum Mix geben würde, was uns alle verwirrt hat, weil das Ding für uns fertig war! Er ist sehr selbstkritisch, was auch gut ist, und dem Mann dem wir es gegeben haben zum Gegenhören meinte, dass man da nichts mehr machen kann. Das war GEIL! (lächelt)

Comebackstage:
Woher habt Ihr denn die Mittel, das alles selbst zu produzieren?

Jim Müller:
Hannes arbeitet mittlerweile mit unserem Produzenten zusammen, ist fest im Team und hat da das Studio zur Verfügung. Wenn er da nichts mit dem Produzenten macht, kümmert er sich um Kissin’ Dynamite. Er ist früher aufgestanden, hat bevor die Produzenten ins Studio kamen an der Platte gearbeitet, dann hat er mit den Produzenten an anderen Projekten gearbeitet… Die Produzenten sind dann wieder verschwunden und er hat weiter an dem Album gearbeitet!

Comebackstage:
Oh wow – das klingt nach einem Haufen Arbeit und langen Arbeitstagen!

Jim Müller:
Er sagt selbst, dass er gar nicht weiß, wie das Album zustande gekommen ist… Es war immer so viel aber doch zwischendurch… Und auf einmal war es fertig! (lächelt)

Comebackstage:
Wo ist das Studio denn?

Jim Müller:
In Flensburg. Der nächste Weg. (grinst)

Comebackstage:
Da wohnt er dann auch natürlich…?

Jim Müller:
Genau, er ist extra für die Release-Party hergeflogen und ist auch erst seit einer Stunde da…

Comebackstage:
Wie macht Ihr es denn mit dem Proben?

Jim Müller:
Wir machen es immer vor der Tour – zwei Wochen intensiv – und jeder probt natürlich das Zeug daheim… Durch das Studio kann natürlich auch jeder den Song schon… Das ist einfach drin, und man muss es dann nur noch zusammentragen, das geht relativ schnell. (lächelt) In der ersten Woche gehen wir alles Stück für Stück durch, und in der zweiten Woche spielen wir einfach nur den Gig am Stück. Dann haben wir ja noch das große Glück, dass wir so oft spielen können… (lächelt) Wenn man dann etwas längere Pausen hat ist das auch nicht weiter schlimm…

Comebackstage:
Ehrlich? Ich stelle mir das ziemlich schwierig vor…

Jim Müller:
Ist es nicht! Es ist ja DEIN Song. Bei Cover tu ich mich eher schwer. Wenn ich manchmal ganz zur Freude der Nachbarn, gegen 1 Nachts noch Bock auf eine Runde Maiden hab, hab ich den Song schon wieder vergessen… Und das obwohl ich den ungefähr einmal in der Woche spiele. (lacht) Aber das ist ja auch nicht mein Song, die spielen anderes als ich, das ist nicht mein Stil… Bei den eigenen Songs ist das anders, der bleibt Dir viel länger im Gedächtnis, weil auch wenn Du Dich nicht ganz genau weißt wie er geht, weißt du UNGEFÄHR wie er geht. Und dann spielst Du ihn so wie Du denkst, und so hast DU es im Studio ja auch gemacht und beim schreiben! (grinst) Das läuft dann ganz natürlich…

Comebackstage:
Schreibt dann bei Euch jeder die eigenen Parts oder wie läuft das?

Jim Müller:
Es ist tatsächlich ganz unterschiedlich. Die Texte schreibt hauptsächlich Andi unser Drummer; von den 11 Songs auf dem neuen Album hat er 10 geschrieben! Einen hat Hannes geschrieben… Wenn ich es richtig im Kopf habe. (lächelt) Und so haben wir es schon bei Megalomania gemacht, das hat super funktioniert. Andi hat tolle Bilder im Kopf, und dabei trifft er beim Schreiben noch Hannes’ Stil, was sehr wichtig ist. Die Gitarrenriffs kommen meistens von uns, wobei Hannes oftmals echt geile Ideen hat… Das ist total krass, kann kaum Gitarre spielen und schreibt ein besseres Riff als ich… (lacht) Das ist so ein kleines Ego-Ding, aber das Bessere gewinnt und gut ist. (lächelt) Wir kennen uns so lange, dass wir alles beiseite schieben können und uns aufs Wesentliche konzentrieren.

Comebackstage:
Wie lange spielt Ihr denn schon zusammen?

Jim Müller:
In der Konstellation seit 2007… Und davor war nur Steffen nicht dabei!

Comebackstage:
Das sind schon 9 Jahre!

Jim Müller:
Der Rest der Band spielt schon länger zusammen, ich war 13 als Hannes mich damals gefragt hat.

Comebackstage:
Süß! (grinst)

Jim Müller:
12 Jahre Spiele ich mit Hannes und Ande zusammen… Mit Andi habe ich sogar schon gespielt als ich gerade mal 10 Jahre alt war.

Comebackstage:
WAS?!

Jim Müller:
Ja! (grinst) Wir waren beide auf dem Gymnasium und er hat angefangen Schlagzeug zu spielen. Dann hat ER mir meine ersten Gitarren-Riffs gezeigt. (lächelt) So die Rolling Stones und AC/DC Sachen… Dementsprechend ist es wirklich was krasses. Darum beneiden uns auch ganz viele Bands! Das spürst Du auch – es ist mehr als nur eine Band –  ich bezeichne es sogar als Familie. Egal was wichtiges passiert oder ansteht, die Band erfährt es als erste.

Comebackstage:
Das klingt schön… (lächelt) Dann ist es auf Tour doch bestimmt auch ziemlich geil oder?

Jim Müller:
Absolut! Man denkt immer irgendwann wird es ruhiger, aber bei uns ist es immer die pure Eskalation, weil wir uns so freuen die anderen zu sehen! (lacht) Selbst wenn wir nur einen Tag unterwegs sind,… Ich bezeichne es immer als einen Junggesellenabschied ohne Junggeselle! (lacht)

Comebackstage:
Was macht Ihr denn dann, wenn einer von Euch tatsächlich unter die Haube kommt? (grinst)

Jim Müller:
Das wird mal richtig spannend! Weil das muss man alles erstmal toppen! (lacht)

Auf dem neuen Album haben wir das alles irgendwie richtig gut verewigen können, weil es eben unsere Songs und unser Sound sind! Vor allem Hannes hat einen riesen Schritt gemacht, indem er sich selber im Studio recorded hat. Und das ist so kompliziert! Das habe ich auch mit den Riffs gemerkt: Normal spielst Du das Riff, und ein Außenstehender der an den Knöpfen sitzt sagt Dir mach das anders, spiele es nochmal… Dann versuchst Du das umzusetzen. Eigentlich bist Du da eher eine umsetzende als eine kreative Funktion. Wir haben gemerkt dass es viel länger dauert, wenn man es selbst macht, dafür wird es aber viel geiler! Außer für Hannes, für ihn ging es viel schneller, weil er es einfach so singen konnte, wie er es tatsächlich fühlt! Ich persönlich kaufe ihm dadurch jedes Wort ab, das er da singt! Besonders bei den Balladen, wo die Stimme ja mehr im Vordergrund ist… Also ich hatte Gänsehaut als ich es zum ersten Mal gehört hab!

Bei den Gitarren, zumindest bei mir, dauert es hingegen länger. Man spielt es ein und denkt sich „boah das ist geil!“ – dann hört man es nach ein paar Stunden wieder an und setzt sich direkt nochmal hin um das ein oder andere zu ändern…

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Comebackstage:
Du hast jetzt viel vom neuen Album erzählt… Aber was erwartet denn die Fans?

Jim Müller:
Hmm… Ich würde sagen ein Mix aus Money, Sex and Power und Megalomania! In Megalomania sind wir viel auf Synthesizer gegangen und so, weil das zu der Zeit einfach unser Ding war. Wir machen immer das, worauf wir in dem Moment Lust haben.

Comebackstage:
Wäre ja auch schlimm wenn nicht…

Jim Müller:
Absolut! Das wäre dumm wenn wir uns einreden würden, dass wir eine zweite Money, Sex and Power oder Megalomania machen müssen. Du entwickelst Dich ja persönlich weiter, und das nimmst Du dann noch mal fünf! Ich finde es krass UND bemerkenswert, wenn Bands das schaffen und dabei auch Spaß haben, immer gleich zu klingen! Siehe AC/DC zum Beispiel… Die ziehen ihr Ding von vorne bis hinten durch und das ist GEIL. Aber es gibt solche und solche Bands… Mötley Crüe hat sich – haben sich, es gibt sie ja leider nicht mehr – immer weiterentwickelt! Und das finde ich als Fan spannender.

Comebackstage:
Ich finde es auch total spannend, viele finden das aber eher weniger gut.

Jim Müller:
Stimmt, aber viele finden es auch kacke wenn Du immer das gleiche machst!

Comebackstage:
Naja man kann es sowieso nicht jedem recht machen. (grinst)

Jim Müller:
Das sowieso. (grinst) Das darf auch niemals das Ziel sein. Wenn Du es versuchst es ständig jedem recht zu machen, dann hast du verloren. Du machst dann einen Einheitsbrei, das weder Fleisch noch Fisch ist. Darum gibt es nichts geileres als auf Dich selbst zu hören und das zu machen, worauf Du bock hast! Das ist ehrlich, und das kaufen Dir die Leute auch ab.

Comebackstage:
Wenn es Ihnen dann gefällt ist es gut und wenn nicht – ist es dann auch egal!

Jim Müller:
Da stimme ich Dir voll zu – dann haben sie Pech gehabt – weil dann ist es mein Ding und genau das, was ich für richtig halte. Aber bisher hatten wir ganz arg Glück. (grinst)

Um auf die Platte zurückzukommen, die Synthesizer von Megalomania haben wir diesmal mit Gitarren ersetzt. Es ist härter, brutaler und geiler.

 

Comebackstage:
Habt Ihr auch eine Headliner Tour geplant?

Jim Müller:
Ja, wir sind ab Ende Oktober auf Tour. Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Tschechien und Ukraine!

Comebackstage:
Oh wow was treibt Euch da hin? (grinst)

Jim Müller:
Wir sind angefragt worden! (grinst) Da hatten wir total bock drauf. Wir schauen immer so gut es geht, dass wir etwas dazunehmen, was wir noch nicht gespielt haben. Dieses Mal ist eben die Ukraine das Kissin’ Dynamite Neuland. (lächelt) Zu Money, Sex and Power war es Japan… Jetzt die Ukraine – nicht ganz so weit – aber viele in der Band haben schon Schiss.(grinst)

Comebackstage:
Gehörst Du da dazu? (lächelt)

Jim Müller:
Nein, ich bin Abenteurer! (grinst) Das hab ich von meinem Vater. Der ist Extrem-Bergsteiger und ein Adrenalinjunkie. Daher habe ich mega Bock drauf. (grinst)

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Comebackstage:
Gibt es einen großen Unterschied, was die Fans anbelangt?

Jim Müller:
Total! In Europa gibt’s ein Nord-Süd Gefälle… Im Norden sind sie eher die …“Cool-Men“, sie stehen da, gehen nicht groß ab, kommen aber nach der Show her und sagen, dass es das geilste wäre, was sie je gesehen haben. (grinst) In italien, Süditalien, ganz krass!

Comebackstage:
Wo habt Ihr dort gespielt?

Jim Müller:
Ahh wie hieß die Stadt noch gleich… Bari!

Comebackstage:
(lacht) Da kommt meine ganze Familie her!

Jim Müller:
Nein, echt!! Wie geil. (grinst)

Da haben wir jedenfalls gespielt, es war eine tausender-Halle, und alle sind total abgegangen!! Nach der Show kamen sie dann her und sagen… „Ja, das war nicht schlecht!“ – wirklich eine unterschiedliche Welt.

In Japan ist es sowieso unglaublich. Da spielt eine Band und BÄM. Es geht pervers ab! Da will man als Musiker gar nicht mehr weg, das ist der Place to be. (lächelt)

Comebackstage:
Klingt danach, als müsste man mal ein Konzert in Japan erleben! (lächelt)

Ihr habt inzwischen schon einige Videos zu Generation Goodbye rausgebracht. Besonders gecatcht hat mich „If clocks were running backwards“ vor allem Weil es, und das nicht nur bei mir, viele Fragen offen lässt – was ist die Story dahinter?

Jim Müller:
Prinzipiell ist es ein Rückblick auf eine Beziehung die wunderbar scheint. Auf einmal passiert irgendetwas, da kann man jetzt munkeln, ich persönlich verstehe es so: Es passiert ein Unfall, Hannes rennt ins Klinikum und dann… Wollten wir das Ende offen lassen. (grinst)

Comebackstage:
Ich habe es schon geahnt, dass Du das sagen würdest. (grinst)

Jim Müller:
Wir haben auch verschiedene Szenen gedreht um es aufzuklären, aber wir fanden es schöner wenn es offen ist und jeder sich so die eigenen Gedanken dazu machen kann. Die ganze Platte ist so konzipiert, dass sie eine klare Message rüberbringt, die aber trotzdem auch für jeden was persönliches ist. Man darf es nicht zu krass einschränken, da es in der Musik generell vor allem darum geht, dass jeder einen Zugang dazu hat. Für den einen geht mit einem Song die Sonne auf, während der andere sich fühlt als wäre es im tiefsten und dunkelsten Wald – aber beide fühlen sich wohl! (lächelt)

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Comebackstage:
Früher habt Ihr Euch stark im der Glam-Genre bewegt – wieviel ist davon noch übrig?

Jim Müller:
Grundsätzlich sind wir moderner geworden, da wir auch moderne Musik hören mittlerweile. Zu Money, Sex and Power Zeiten gab es für uns nur 80s – wir haben nur Mötley Crüe, Skid Row und die ganzen Glam-Bands gehört – deshalb ist die Platte auch so geworden. Danach kam Japan und da waren wir in einem Dance Club und das fanden wir alle so krass, wie so minimaoistische Songs und Sounds auf Leute einwirken können.

Comebackstage:
Ich muss zugeben, das gehört zu den Dingen, die ich nie verstanden hab. (lächelt)

Jim Müller:
Geh nach Japan in einen Dance Club! Du wirst es verstehen. Das ist echt faszinierend und Du wirst Dir denken „Was zur Hölle?!“ – so ging es mir. Da haben wir uns dann auch mehr mit moderner Musik beschäftigt. Wobei ich sagen muss, dass ich schon immer der Freak war, der alles gehört hat. Ich höre auch Schlager, Blasmusik, Dance und bisschen Hip Hop und so. Ich bin beispielsweise mit Limp Bizkit, Linkin Park und Co. großgeworden, das hat mich neben AC/DC auch stark beeinflusst. Also wollten wir zeigen, dass wir auch anders können. Wir sind eben modern, wir sind nicht aus den Achtzigern, keiner von uns ist da geboren… Wir sind 1990, 1991 und 1992 geboren. Das wollten wir den Leuten damit auch klar machen, dass wir eben kein Abklatsch aus den Achtzigern sind, sondern eine junge, wilde Truppe mit aber dem Spirit! Und der ist auch geblieben. Die großen Refrains, der Spaß, der Stadion- nein der Bon Jovi-Effekt sage ich mal! Und das fehlt in unglaublich vielen modernen Songs… Eine Taylor Swift und wie sie alle heißen das noch größer machen und mehr Südion-Refrains machen würden, wären die bestimmt noch viel größer! Aber da schränken sie sich selbst ein: Nicht ganz so groß, nicht ganz so laut…

Comebackstage:
Adele macht das ganz geil finde ich!

Jim Müller:
Genau! Und das behalten wir uns auch bei – das macht uns einfach Spaß! Und jedes Mal wenn im Tourbus Livin’ On A Prayer läuft, selbst wenn es zum 10.000 Mal ist, jeder steht auf, singt und geht ab. Du kennst das ja! (grinst) Wenn der Song auf Random kommt oder Nothin’ But A Good Time… (strahlt)

Comebackstage:
…der Gute-Laune-Klassiker! (strahlt)

Jim Müller:
Ja! Da geht einem das Herz auf. Und genau diesen Spirit wollen wir behalten.

Das beste Beispiel ist „She Came She Saw“ – ein Mix aus modern, tiefe Gitarren und im Refrain geht’s auf als wär’s ein Bon Jovi Klassiker! (lächelt) Erst ist alles tief, auch Hannes’ Stimme, und dann geht quasi die Himmelspforte auf – das Zusammenspiel ist das geile.

Comebackstage:
Das gibt es so auch selten…

Jim Müller:
Richtig, und das macht es auch zu etwas Besonderem! Wenn man während der Strophe total abgeht, und sich aber gleichzeitig schon auf den Chorus freut, so müssen Songs sein! (lächelt)

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Comebackstage:
Du hattest ja die Idee auf dem Cover den Namen einer ausgelosten Person zu drucken. Wer ist es geworden und wieso?

Jim Müller:
Sie heißt Lisa Isinsane, was erstmal echt ein cooler Name ist, und das war tatsächlich Zufall! Wir haben alle Namen in einen Lostopf geworfen im Proberaum und haben einen Namen gezogen. Hätte aber auch ein Fritz Müller aus Stuttgart werden können…

Comebackstage:
…Das wäre auch witzig geworden! (lacht)

Jim Müller:
(lacht) Aber hallo!

Comebackstage:
Wenn Du einen jungen Menschen dazu bringen solltest, Rock Musik zu hören… Welchen Song würdest Du ihm vorspielen und warum?

Jim Müller:
Darf es auch ein Video sein?

Comebackstage:
Wenn er einen Song enthält… (grinst)

Jim Müller:
Ich würde ihm Girls, Girls, Girls von Mötley Crüe zeigen! (grinst) That’s the true spirit. (grinst) Er würde sofort sehen dass sie mehr Eier haben als Bushido & Co. Viele munkeln ja dass das alles gefaked ist, aber wenn Du selbst Mal auf Tour warst, dann weißt Du, dass das stimmt. (grinst) Da ist vieles nicht gefaked. (grinst)

Comebackstage:
Das ist schön, dass zu hören, freut mich für Dich! (grinst)

Jim Müller:
Danke. (grinst) Obwohl es bestimmt viele Bands gibt, bei denen es nicht so ist… Es gibt nämlich auch viele langweilige Bands, aber das sind wir nicht. (lächelt) Ich sage ja nicht, dass jede Band saufen muss,… Aber es gibt halt echt solche die Abends Ihren Tee trinken, sich über die Doktorarbeit unterhalten und dann ins Bett gehen! Aber das ist halt nicht der true Spirit of Rock’n’Roll! Rock’n’Roll ist Rebell! Und Rebell sein heißt für mich persönlich, immer ANDERS sein. Schon auf dem Schulhof war ich anderes und hab mich geschminkt, habe Leo-Leggings getragen und Schlangenlederboots – und alle fanden es scheiße! Deswegen fand ich es geil… Und ich habe es mit so einer Überzeugung gemacht, dass die Mädels es irgendwann auch geil gefunden haben. (grinst) Und jetzt kommt meine Theorie, die habe ich auch nicht aus einem Film wie Rockstar geklaut oder so (zwinkert): Wenn die Mädels Dich geil finden, wollen die Jungs sein wie Du. Und die kaufen dann die Platte! So. (grinst)

Comebackstage:
Die Theorie habe ich ja noch NIE gehört… Auch nicht in einem Film wie Rockstar oder so. (grinst)

Jim Müller:
(lacht) Und Du WILLST die Mädels haben!

Comebackstage:
Es ist ein ewiger Kreislauf… (grinst)

Jim Müller:
Das ist es. (grinst)

Comebackstage:
Wenn Du ein imaginäres Dinner haben könntest, welche drei Personen würdest Du einladen?

Jim Müller:
Yngwie Malmsteen, der sieht nämlich aus, als kennt er sich mit Essen aus! (grinst) Vito von J.B.O., mit dem habe ich die tiefgehendsten Gespräche meines Lebens gehabt! Der hat eine Allgemeinbildung, dass man sich daneben richtig dumm fühlt. Man ist immer ein bisschen drunter weil er SO viel weiß, und so viele interessante Sachen weiß! (lächelt) Mit ihm mal essen zu gehen wäre wirklich großartig! Und dann natürlich Jack Black von Tenacious D – der liebt Essen nämlich auch – so wie ich. (lächelt)

Comebackstage:
Da würde ich mich anschließen, bei gutem Essen kann ich auch nicht nein sagen! (lacht) Danke für deine Zeit Jim.

Jim Müller:
Gerne, bis zum nächsten Mal. Vielleicht beim Konzert in Stuttgart. (lächelt)

Comebackstage:
Ich werde da sein! (lächelt)

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Ich habe mich sehr gefreut, Jim mal wieder zu treffen! Es ist immer wieder schön, sich mit gleichgesinnten über Musik und die Branche zu unterhalten. Wir dürfen alle gespannt sein, wohin die Reise von Kissin’ Dynamite noch gehen wird. Jetzt wünsche ich Euch erstmal viel Spaß beim Reinhören in die Platte! Und finger Weg von den Smartphones… 😉

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

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