Auf den Spuren der Musikfotografie mit Dominic Pencz

Hallo Rocker!

Heute möchte ich Euch einen Herren vorstellen, der in seinem Leben schon gefühlt JEDEN großen Rockstar vor der Linse hatte. Dominic Pencz kommt aus Markgröningen und arbeitet an vielen verschiedenen Projekten weltweit. Vor allem bewegt er sich in der Musikindustrie, aber auch im Sport und Fashion Bereich. Ich bewundere seine Arbeit schon lange und freue mich, dass er Zeit hatte, ein paar meiner Fragen zu beantworten.

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Rüdiger Schestag

Comebackstage:
Hi Dominic, freut mich! (lächelt)

Dominic Pencz:
Hi Ornella, freut mich auch. (lächelt)

Comebackstage:
Ich weiß du wirst mich für diese Frage hassen: wie kamst du zur Fotographie?

Dominic Pencz:
Ich habe ca. im Alter von 12-13 Jahren angefangen zu fotografieren. Durch meinen Opa bin ich auf den Geschmack gekommen. Er selbst hat auch gerne fotografiert. Aber was mich genau dazu gebracht hat, kann ich nicht wirklich sagen. Ich wusste schon immer, dass das Fotografieren einmal zu meinem Leben gehören wird. Und 10 Jahre später ist es mein Job und meine Leidenschaft, die nicht mehr wegzudenken ist aus meinem Leben. Durch meine Ausbildung wurde mein Wissen noch gefestigt und ich konnte nebenher viel als Musikfotograf aufbauen.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Warum liegt der Reiz für dich vor allem darin, Musiker zu fotografieren?

Dominic Pencz:
Ich habe früher häufig auf kleinen Jugendhauskonzerten fotografiert, an denen ich meist auch mit meiner Band teilgenommen habe. So konnte ich Neues auszuprobieren und mich langsam an das Thema Konzertfotografie herantasten. Musik und die Fotografie, sind meine zwei größten Leidenschaften und diese zu verbinden schien für mich perfekt.

Bekannterweise ist es nicht leicht, in der kurzen Zeit, die man bei großen Produktionen zu Verfügung hat, gute Bilder zu schießen. Oft hat man schlechtes Licht, oder man darf laut Vertrag im Extremfall nur den ersten fotografieren. Der bekannteste Satz in der Konzertfotografie ist: „Three Songs, no flash!“ Das bedeutet, man hat drei Songs Zeit, um ohne Blitz zu fotografieren. Es ist wichtig, ganz bei der Sache zu sein und kleinste Emotionen, die auf der Bühne stattfinden, auf einem oder mehreren Bildern festzuhalten. Wenn ich heute einmal ohne meine Kamera im Gepäck auf einem Konzert bin, und das Licht geht aus, greife ich automatisch zu meinen Ohrstöpseln und zu meiner Kamera. Das ist wohl ein Zeichen dafür, dass ich immer ganz bei der Sache bin. Es ist eine gute Kombination meine zwei Leidenschaften zu verbinden. Zudem ist es sehr abwechslungsreich die Künstler auf der Bühne, Backstage und privat zu fotografieren.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Wie ist es als Tourfotograf unterwegs zu sein? Was sind die Vorteile, was die nicht so tollen Seiten daran?

Dominic Pencz:
Ich könnte mir nichts besseres vorstellen, denn als Tourfotograf bist du nah an der Band und hast Einblicke, die viele nicht haben. Das heißt du kannst tolle Aufnahmen machen in allen Bereichen Backstage, auf der Bühne und auch Privat. Aber ich denke, man sollte das Private sehr respektieren und nicht alles mit der Kamera begleiten. Zudem ist man jeden Tag meist wo anders und sieht sehr viel von Land und Leute was in meinen Job als Fotograf von Vorteil ist.

Viele fragen mich „du arbeitest jeden Tag viele Stunden und fotografierst, wieso fotografierst du dann wenn du mal für dich Zeit hast ?“ Ganz einfach weil ich es Liebe!

Von Vorteil ist eben auch, dass man die Show irgendwann kennt, das heißt man kann die Bilder abend für Abend aus anderen Blickwinkeln erzählen und die Emotionen einfangen die die Fans sehen möchten.

Wie in jedem Job gibt es nicht nur gute Seiten, wobei meiner eigentlich fast nur gute Seiten hat, aber zu den eher nicht so tollen Seiten zählen definitiv die kleinen Betten im Tourbus und dass man sich manchmal die Familie und Freunde dazu wünscht bei einem Augenlick, den man in dem Moment erleben darf. Aber im Grunde kann ich und mag ich mich auch wirklich nicht beschweren, denn ich Liebe meinen Job.
Wenn man sein Job liebt, macht er gleich doppelt so viel Spaß und wenn ich ehrlich bin sehe ich das auch nicht wie ein normaler Job.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Auf welches Foto bist du besonders stolz?

Dominic Pencz:
Ich habe nicht das „Eine“ Foto, sondern jedes meiner Lieblingsbilder erzählt eine Geschichte oder enthält Erinnerungen, die mich auf meinem Weg als Musikfotograf begleitet haben. Dadurch, dass ich schon sehr viele Künstler fotografieren durfte, hat sich natürlich im Laufe der Zeit ein Pool an Bildern angehäuft. Egal ob KISS, Paul McCartney, Metallica, Elton John oder Black Sabbath, ich bin auf jedes einzelne Bild stolz. Wenn mir ein Foto nicht gefällt oder ich nicht zufrieden damit bin, wird es auch nicht veröffentlicht. Ich kann dir aber eine Geschichte zu einem Bild erzählen, die ich mit Sicherheit nicht mehr vergessen werde.

Vor 5 Jahren habe ich ein Konzert von B.B King fotografiert und habe ihn davor kennengelernt, da ich zwei seiner Shows für ihn fotografiert hab. Nach dem zweiten Song hat er ein Plektrum in meine Richtung geschnippst und hat mich dabei angeschaut. Nur leider wurde ich von einem Kollegen weggeschupst und er schnappte sich das Plektrum. Als B.B King das sah, unterbrach er den Song und gab mir nochmal eines mit den Worten „This one is for you“.

Ich nahm das Plekrum dankend an und fotografierte in der nächsten Sekunde weiter. Dann sah ich, dass er mir ein Thumb up als Bitteschön gab und ich das gerade noch festhallten konnte. Daher hat dieses Bild eine wirklich schöne Erinnerung an einen tollen Menschen und Musiker, der leider letztes Jahr verstorben ist. Zum Glück fand ich ein Ausschnitt mit der Erinnerung auf YouTube.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Kürzlich hast du die Jungs von Kissin‘ Dynamite bei ihrer ausverkauften Show im LKA Longhorn vor der Linse gehabt – was steckt dahinter?

Dominic Pencz:
Die Jungs von Kissin‘ Dynamite kenne ich schon seit 7 Jahren und daher habe ich viele Konzerte sowie die Band teilweise auf Tour begleitet. So war auch dieses Konzert mit auf meiner Liste. Zudem hatten wir uns schon eine längere Zeit nicht mehr gesehen durch meine Auslandsaufenthalte. Ein paar Wochen vor dem Konzert kam Jim auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, das Konzert für die DVD zu fotografieren und da habe ich nicht lange überlegt und zugesagt.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Was ist das besondere bei einer live DVD Aufnahme?

Dominic Pencz:
In erster Linie ist es wie jedes andere Konzert auch, nur das man auf mehrere Dinge achten muss und man nicht den normalen Access hat. Die Bühne ist während des Konzertes eine NoGo Area, da ich ja sonst die ganze Zeit auf der DVD zu sehen wäre. Vor dem Konzert gibt es ein Meeting in dem diese Punkte besprochen werden wie: Locations der Kameras, Teamvorstellung, Konzept und Umsetzung, Gibt es Spezialeffekte, Überraschungen, Ablauf und vieles weitere. Nach diesem Meeting habe ich nochmal mit Jim genau besprochen wann was wo passiert. Damit ich genau weiß: Wann kommt die Konfettikanone? Wann springt Jim? Wann kommt Hannes mit dem Mantel etc….. Das alles zu besprechen und im Vorfeld zu wissen, macht alles einfacher und man kann das Beste aus dem Konzert rausholen und demnach die Bilder erstellen. Ohne das Wissen, muss man auf gut Glück fotografieren und man verpasst vielleicht auch das Eine oder andere Wichtige. Ich durfte mich frei bewegen, außer während der Show auf der Bühne. Wo muss man drauf achten? Wie bei jedem Konzert, sollte man das Publikum nicht verärgern, wenn man die ganze Zeit vor deren Nasen rumrennt, daher auch manchmal knien oder an die Seite stehen. Dadurch, dass 6 Kameras in der Halle waren sowie ein Kameratrolley im Fotograben, musste ich auf die Operator achten, damit ich nicht im Bild zu sehen bin.

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Frank Weichert

Comebackstage:
Worin lag für dich die Schwierigkeit an dem Abend?

Dominic Pencz:
Wir haben uns sehr gut auf den Abend vorbereitet, dadurch war es für mich wie jedes andere Konzert auch. Da ich die Jungs gut kenne und weiß wie sie sich auf der Bühne verhalten, gab es keine großen Schwierigkeiten für mich. Ich musste lediglich darauf achten die Kameras nicht zu blockieren und mich unsichtbar zu machen. Wenn man ein gutes Konzept hat und gut vorbereitet ist, kann fast nichts schief gehen. Für das Cover gab es eine Idee die umgesetzt werden musste. Ob es letztendlich das finale Cover wird, steht noch nicht fest. Ich hatte nur wenige Sekunden Zeit um das Foto zu schießen, daher musste man sich im Vorfeld Gedanken machen: Wo möchte ich es aufnehmen ? Welche Linse benutze ich ? Und das Gespräch mit dem Lichttechniker suchen um die Lichtsituation zu besprechen.

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography


Comebackstage:

Wo werden die Bilder zu sehen sein?

Dominic Pencz:
Die Bilder von dem Abend kommen in die Live DVD von Kissin‘ Dynamite. Wie genau und was genau in das Booklet/Cover kommt steht noch nicht fest. Aber ich bin gespannt.

We will see.

Comebackstage:
Welche Projekte stehen für’s nächste Jahr an? Hast du ein bestimmtes Ziel, welches du 2017 erreichen möchtest?

Dominic Pencz:
Momentan habe ich nicht viel worüber ich reden kann, aber es wird einiges passieren 2017. Ein bestimmtes Ziel habe ich nicht, aber ich würde gerne mit der ein oder anderen Band auf Tour gehen. Mit 3 Bands laufen schon Gespräche, daher freue ich mich schon, dies eventuell bald bekannt geben zu dürfen. Aber an sich würde ich mich freuen, wenn das Jahr 2017 so verläuft, wenn nicht noch besser, wie das vergangene Jahr 2016.

Comebackstage:
Hand auf’s Herz – hattest Du schonmal das Gefühl, dass ein Mädel Dich wegen Deinem AAA Pass anmacht? (zwinkert)

Dominic Pencz:
Natürlich (grinst) Eine kennst du bestimmt sehr gut…

Ne also ich hab da auch nicht wirklich die Zeit dafür, denn ich bin zum arbeiten dort und nach dem Konzert finden keine Backstagepartys statt wie man sie sich vorstellt oder aus Filmen kennt. Natürlich wird man mit solch einem Pass anders angeschaut aber ich mache mir daraus nicht viel, denn letztendlich bin ich da um zu arbeiten und bin kein „Fan“

Aber ich werde da mal in Zukunft drauf achten, vielleicht spricht mich ja mal die ein oder andere an (grinst)

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Erzähl mir eines Deiner verrücktesten Erlebnisse auf Tour.

Dominic Pencz:
Was auf Tour passiert bleibt auf Tour (grinst) eine der Goldenen Regeln im Tourleben wie: Don´t s**t in the Tourbus (lacht)

Comebackstage:
Wenn du einen jungen Menschen dazu bringen wollen würdest, Rockmusik zu hören, welchen Song würdest du ihm Vorspielen und wieso?

Dominic Pencz:
Schwierige Frage, denn ich habe viele Songs die ich zu meinen Liebeingssongs zähle. Aber wenn ich einen jungen Menschen dazu bewegen würde, Rock Musik zu hören, dann wäre es sicher Love Gun von KISS.

Und warum ? Weil es die Beste Band der Welt ist (lächelt)

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Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Comebackstage:
Wenn du ein imaginäres Dinner mit drei Personen deiner Wahl haben könntest – wen lädst du ein?

Dominic Pencz:
Zu einem guten Rostbraten mit Spätzle, würde ich gerne einen meiner Lieblingsfotografen Ansel Adams, Freddie Mercury und John F. Kennedy einladen um eine gute Mischung für Gespräche zu haben.

 

Comebackstage:
Dominic, vielen lieben Dank für Deine Zeit!! Wir sehen uns bestimmt bald auf Tour. (grinst)

Dominic Pencz:
Danke dir für das coole Interview hat mich sehr gefreut. Ich wünsch dir noch ganz viel Erfolg mit deinem Blog! Find’s toll was du machst! (lächelt)

Ihr solltet unbedingt mal einen Blick auf seine Website werfen, hier bekommt Ihr noch einen genaueren Einblick in seine Arbeit. Außerdem könnt Ihr seine Fotographien gedruckt erwerben – definitiv auch ein tolles Geschenk für Eure Rocker-Freunde! Für alle Leser, die selbst fotografieren… Dominic bietet auch ganz tolle Einzelcoachings an! Checkt einfach pencz-art.com/.

Hier noch seine Kontaktdaten:

Dominic Pencz | Pencz-art Photography

Facebook: www.facebook.com/penczart
Instagram : dominicpencz
Homepage: pencz-art.com

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

 

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