HAMMERSCHMITT – Hard Rock made in München

Hallo Rocker!

Es war schon lange geplant und letzte Woche beim Rock For One World Benefizfestival 2017 war es endlich soweit. Ich habe die Jungs von HAMMERSCHMITT kennengelernt und interviewt.

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Sie blicken auf eine Bandgeschichte mit über 30 Jahren zurück und sind nun da, wo sie von Beginn an sein wollten: Beim guten, alten Hard Rock!

Ich sah HAMMERSCHMITT tatsächlich das erste mal 2010 live, beim Rock im Dorf in Hattenhofen, einem kleinen Kaff in der nähe von Göppingen, wo ich wohne. Damals warf mir Gernot eines meiner ersten Gitarrenplektren (diese Sammlung hat sich über die Jahre drastisch erweitert!) und sein Schweißband zu. Das war also meine erste Erfahrung mit der Band… Umso cooler finde ich es nun, sie für Comebackstage ein bisschen ausfragen zu dürfen!

Comebackstage:
Erzählt mir doch kurz Eure Bandgeschichte…

Armin:
Wir schrieben das Jahr 1986… (lacht) Da haben wir in der Dusche der Umkleide eines Fußballvereins unsere ersten Lieder geschrieben. Wir hatten noch keinen Übungsraum… Wir waren eine Kinderzimmerband – der Gernot, der Summi und ich – und wir haben KISS Simulationen mit Tennisschlägern, die wir uns mit Gummibändern umgehangen haben, gemacht (lacht). Gerockt hat es, wir haben aber noch einen Schlagzeuger gebraucht, und das hat dann der Onkel machen müssen (lacht). Und dann, haben wir natürlich noch einen Sänger gebraucht… Und das MUSSTE, ich betone das Wort MUSSTE, dann der Ben sein. Der seines Zeichens Bruder von Gernot und Neffe vom Stefan ist. Das waren die ersten Schritte… Ganz am Anfang hieß die Band SPIDER, so ungefähr zwei Wochen lang (grinst). Dann Live Wire –

Comebackstage:
Wegen dem Mötley Crüe Song?

Armin:
… Nein wir fanden einfach nur das Wort cool (lacht). Und danach haben wir uns in Pierrot umbenannt.

Comebackstage: 
Und 1996 habt Ihr Euch dann nochmals umbenannt in HAMMERSCHMITT…

Armin:
Du weißt Bescheid – gut vorbereitet! (grinst) Wir waren mit Pierrot eine englischsprachige Band und waren auch in der Münchner Clubszene sehr erfolgreich. Damals waren wir noch mit Leggings und Schminken und allem drum und dran noch eine ziemlich glammige Band. Wir haben dann angefangen deutsche Texte zu schreiben und bekamen bei Long Island Records einen Plattenvertrag. Da haben wir dann das Album „Die Zeit ist reif“ rausgebracht und hatten vor allem in Clubs sehr, sehr viele AirPlays. Der Zuständige Mitarbeiter war dann plötzlich auf sehr tragische Art und Weise verstorben, und das Label entschied sich dann dazu, dass sie keine deutschsprachige Band mehr wollten. Danach haben wir eine Zeit lang nur gecovert…

Stefan:
Stimmt, von AC/DC über Metallica, über ZZ Top bis hin zu Motörhead und Iron Maiden…

Gernot:
Und ein paar ganz schlimme Sachen wie Sweet Home Alabama (grinst).

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Comebackstage:
Wie war das denn dann für Euch – ihr hattet ja bereits einige Songs… Ist es da nicht sehr schwer plötzlich wieder zu covern?

Stefan:
Es war Fluch und Segen… Segen wegen der Kohle, wir hatten viele Gigs und waren super angesagt in der Biker-Szene… Aber an sich ist es für den Arsch. Wir haben 3 bis 3,5 Stunden lang gespielt und es waren nie Deine eigenen Songs… Und dann waren wir wütend, weil wir nicht mehr das machen konnten, was wir wollten…

Comebackstage:
Was wolltet Ihr denn, was waren Eure Ziele?

Stefan:
Wir wollten Rockstars werden!

Armin:
Wir wollten mit der Musik so viel Geld verdienen, dass wir nebenher nicht noch arbeiten müssten…

Aber zurück zu der Frage: Wir wollten dann dadurch, dass wir an sich mehr deutsche Songs geschrieben haben, auch einen passenderen Namen als Pierrot, welcher auch ganz ganz oft missverstanden wurde. Von „Büro“ bis hin zu „Pirates“ war alles dabei… Und dann haben wir uns dazu entschieden, einen coolen, deutschen Namen zu finden. Und das war dann HAMMERSCHMITT. (grinst)

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Stefan:
Genau und dann haben wir beschlossen, das ganze noch mit zwei „Ts“ hinten zu schreiben, weil das härter ist. (grinst)

Armin:
Es gab noch kurz Diskussionen, dass wir drei „Ts“ machen… (lacht) Und dann haben wir unsere härteste Platte aufgenommen… Die ganze Band war ziemlich düster unterwegs, aber das sind wir eigentlich nicht, das ist nicht unser Naturell…

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Comebackstage:
Und wo seht Ihr Euch? Gerade jetzt?

Armin:
Achtziger, Neunziger Metal mit dem wir aufgewachsen sind… Wir waren ja selbst Fans, von Mötley Crüe, KISS, von Saxon, Judas Priest, Metallica, Iron Maiden, DIO… Die ganze Palette… Wenn man sich mal Metalheadz anhört, sind einige der Bands benannt, die uns beeinflusst haben. Und das hatten wir mit dem Deutschen ein bisschen verloren. Mit „Mein Herz“ haben wir dann 2005 den Schalter schon umgelegt musikalisch, das war dann Hard Rock aber immer noch mit deutschen Texten. 2011 haben wir es nochmals mit einem Konzept-Album versucht, aber das hat kein Mensch verstanden. (grinst) Generell waren wir da aber im Zwiespalt, denn der deutsche Rock wird im klassischen Hard Rock gar nicht akzeptiert. Wir haben das gut gemacht aber trotzdem daran gescheitert. Nicht wegen der Qualität aber wegen der Sprache, denn die verbinden die Menschen nicht damit. Schade, da wir echt viele Jahre da reingesteckt haben, aber das war dann das Ende des deutschen HAMMERSCHMITT. Aus einer Laune raus haben wir dann alte analog-Tapes durchgehört und haben uns gedacht, dass das die Richtung ist, in die wir gehen wollten! Letzten Endes haben viele der alten Sachen auf das neue Album gebracht. (lächelt)

Comebackstage:
Letztes Jahr habt Ihr dann „Still On Fire“ veröffentlicht – wo seht Ihr Euch da?

Stefan:
Da wo wir angefangen haben, back to the roots. Und wir lieben es!

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Comebackstage:
Und arbeitet Ihr auch schon an neuen Sachen, an einem neuen Album?

Gernot:
Ja wir sind dabei und haben schon 15 Songs. Nach diesem geilen Konzert heute beim Rock For One World Festival 2017 gehen wir wieder ran an die Songs und suchen 12 aus, die wir dann aufnehmen. Der Plan ist, am 19. Mai ins Studio zu gehen. Das Cover steht auch schon fast, sowie auch der Titel… Den verraten wir aber noch nicht. (grinst)

Comebackstage:
Vielleicht verrätst Du es mir, wenn das Mikro aus ist. (grinst)

Gernot:
(lacht) Ja!

Comebackstage: 
Habt Ihr Euer anfängliches Ziel erreicht, mit der Musik Geld zu verdienen?

Gernot:
Leider nicht. Das ist sehr, sehr schwierig. Man muss dann schon irgendwie einen Hit landen… Und das ist glaube ich für ganz viele Bands die Schwierigkeit!

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Comebackstage:
Woran liegt das noch?

Gernot:
Schwierig. Ich glaube die Musik an sich wird nicht mehr wirklich geschätzt die eigene. Du bekommst die CDs nachgeschickt, Du kannst streamen, kostenlos downloaden… Damals sind wir noch in den Plattenladen und haben die CD gesehen und haben uns riesig gefreut, die Platte für 20 Mark zu kaufen. Und das war dann auch irgendwie was wert, und heutzutage ist das irgendwie verloren gegangen… Das ist sehr schade!

Armin:
Die Musikwelt ist viel schnelllebiger geworden. Früher hieß es immer nach drei Platten, nach drei Alben entscheidet sich ob eine Band etwas wird oder nicht. Und in diesem Zeitfenster haben die Plattenfirmen die Bands auch noch total gepusht und Werbung dafür gemacht. Heutzutage muss man teilweise in Vorleistung gehen, bevor Du einen Plattenvertrag bekommst.

Stefan:
Bei „Zeit ist Reif“ hatten wir damals noch richtig Budget! Da hieß es „geht einfach 30 Tage ins Studio“, das wurde bezahlt und war super! Dann noch die ganze Werbung dazu… Heutzutage gehst Du zuerst selbst ins Studio und lieferst es der Firma ab, wenn’s dann passt, bekommst Du die Kosten zurück – oder zumindest einen Teil.

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Comebackstage:
Was sind denn dann Eure Ziele, die Ihr noch mit HAMMERSCHMITT habt?

Stefan: 
Dass das Album, das jetzt kommt, „Still On Fire“ toppt und wir vielleicht wieder auf Tour gehen können, wie letztes Jahr. Viele Festivals wollen wir spielen, da ist schon einiges im In- und Ausland im Gespräch.

Comebackstage: 
Wenn Ihr einen jungen Menschen dazu bringen müsstet, Rockmusik zu hören, welchen Song würdet Ihr im vorspielen und wieso?

Gernot:
Detroit Rock City von KISS, weil der einfach geil ist. Den hört man sich an und spürt die Kraft in der Musik. Man hat Bilder im Kopf und dann lebt das alles… Mensch ich bekomme schon Gänsehaut wenn ich nur darüber rede. (lächelt) Das ist für mich einfach so das Beste! Wenn man den Song nicht gehört hat, kann man es auch gleich lassen. (lacht)

Armin:
Gleiche Band, KISS, anderes Lied… Love Gun! Wahnsinnig intensiv, wahnsinnig Rock’n’Roll, wahnsinnig Sex. Wenn man jemandem Rock’n’Roll verdeutlichen will, in dem Sinn, was es damals ausgemacht hat, dann wirklich mit Love Gun.

Stefan:
Du hast die Band an… (grinst) (Anm. Ich habe ein Bon Jovi Shirt vom Runaway Album an…) Wanted Dead Or Alive! Für mich der Nonplusultra Song im Rock’n’Roll! Von der Musik her, vom Text, von allem… Rock’n’Roll pur!

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Comebackstage:
Na die Auswahl gefällt mir jetzt aber! Und wenn Ihr ein imaginäres Dinner mit drei Personen Eurer Wahl haben könntet, wer säße am Tisch?

Gernot:
Elvis wollte ich schon immer Mal kennenlernen, der war bestimmt cool… Jesus – da will ich Mal wissen ob der wirklich so war! Und Gene Simmons… Der würde mir dann sagen wir man Geld macht! (lacht)

Armin:
Bei mir wär’s die Traci Lords – aus verschiedensten Gründen… (lacht) Dann ebenfalls Gene Simmons, wegen ihm spiele ich nämlich Bass… Und mein Sohn spielt auch wegen ihm Bass. (lächelt) Und aktuell ehrlich gesagt noch Donald Trump. Alleine die Kombination wäre der wahnsinn. (lacht)

Stefan:
Lemmy, da brauche ich nichts dazu sagen. Absolut derzeit Erdogan, ich will wissen wieso er das alles macht was er tut. Und dann noch Brian Connolly…

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Comebackstage:
Vielen Dank für Eure Zeit Jungs, die letzten Worte gehören Euch…

Stefan:
Danke Dir, dass es endlich geklappt hat! (lächelt)

Armin:
Ja, danke für Deine Zeit und lieben Gruß an alle, die irgendwie unseren Weg kreuzen und HAMMERSCHMITT cool finden… Die anderen grüßen wir aber auch! (lacht)

Gernot:
Ich sage jetzt auch danke, dass wir uns endlich Mal kennengelernt haben. Und jetzt freue ich mich auf Rock’n’Roll und wir geben Gas!

Alle aktuellen Tourtermine, Bilder und vieles mehr findet Ihr auf http://hammerschmitt.com/

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Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

P.S. Hier noch einige Bilder der Show…

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