Covermusik – Fluch oder Segen?

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Hallo Rocker!

Mit einem Post auf der offiziellen Facebook-Seite von COMEBACKSTAGE habe ich letztens eine Diskussion entfacht. Es ging um folgendes Bild:

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Prompt begann die Community das Covern an sich in Frage zu stellen. Viele User waren der Meinung, dass Bands/Musiker keine Songs von den Kollegen covern sollten. Musiker seien keine richtigen Musiker wenn sie das täten und es sei falsch, die Lorbeeren anderer einzuheimsen.

Ich sehe das anders. Der Gedanke, dass ein Musiker den Song einer anderen Band so schätzt und so geil findet, dass er es selbst umsetzen möchte, ist doch mit das größte Kompliment überhaupt?

„What have I become
My sweetest friend
Everyone I know goes away
In the end
And you could have it all
My empire of dirt
I will let you down
I will make you hurt“ – NINE INCH NAILS

Persönlich schaue ich mir lieber die „Originalbands“ an, als Coverbands. Allerdings machen letztere gerade auf Dorffesten & Co. echt Laune! Ist doch schön in der eigenen Heimat den Hymnen zu lauschen, die man so liebt… Schließlich gibt es nicht alle paar Wochen die Möglichkeit Bands wie AC/DC, die Rolling Stones, KISS und so weiter live zu erleben.

Natürlich haben mir auch viele Leser Ihre Lieblingscoversongs verraten… Unter anderem waren „Hush“ von GOTTHARD (orig. DEEP PURPLE) dabei, sowie auch „What’s Love Got To Do With It“ von CONFESS (orig. TINA TURNER) oder „Live And Let Die“ von GUNS’N’ROSES (orig. PAUL & LINDA MCCARTNEY). An meiner Spitze stehen zwei Coversongs…

Zum einen natürlich das legendäre „Hurt“ von JOHNNY CASH (orig. NINE INCH NAILS):

Mr. Cash bringt einfach viel mehr Gefühl rein, er hat sich den Song fast zum Eigen gemacht. Man glaubt ihm jedes Wort und würde ihn am Liebsten einfach nur in den Arm nehmen.

Der zweite Song ist „Don’t Stop Believin'“ von STEEL PANTHER (orig. JOURNEY).

Tja, was gibt es dazu noch zu sagen. Um WELTEN geiler als die Originalversion von Journey. Der Spirit einer aufstrebenden Rockband, die Hoffnungen und Träume… All das wird von den kalifornischen Jungs in die Perfektion umgesetzt.

„A singer in a smoky room
A smell of wine and cheap perfume
For a smile they can share the night
It goes on and on, and on, and on“ – JOURNEY

Das Video dazu mit passenden Slow-Motion Passagen tragen die Zuschauer direkt in eine vergangene Zeit. Schaut Euch einfach das Video an, dann wisst Ihr, was ich meine. Damals hatten sie den Song aufgenommen, um Airplays im Radio zu bekommen – der Plan ist leider nicht ganz aufgegangen… ABER:

STEEL PANTHER haben als Coverband auf dem Sunsetstrip in Los Angeles angefangen. Montags haben sie immer in kleinen Bars wie das House Of Blues, dem Troubadour, dem Whiskey A Go Go und dem ROXY gespielt. Sie haben Songs von Bon Jovi, Skid Row, Van Halen und allen von uns noch so geliebten Glam- und Sleaze Bands gecovert. Ab und an brachten sie einen eigenen Song ein… Doch das Publikum wollte mehr hören! Und so kam es, dass STEEL PANTHER als Coverband anfingen und heutzutage riesige Hallen füllen und weltweit bekannt sind – für Ihre EIGENEN Songs.

Somit ist Covermusik meiner Meinung nach ein Segen – sie zeigt Anerkennung und bringt oftmals noch geilere Versionen als das Original hervor. Zudem fühlen sich manche Menschen sicherer, schon vorhandenes zu spielen und haben dadurch das Bedürfnis, beispielsweise ein Instrument zu lernen. Letztlich muss noch gesagt werden, dass viele Menschen über die Coversongs auf die eigentliche Band kommen, die den Song ursprünglich geschrieben hat… Und vielleicht verliert der ein oder andere ja auch sein Herz an dem Künstler. 🙂

Was sind Eure Lieblings-Coversongs? Und wieso? Was vermitteln sie Euch, was fehlt Euch am Original?

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

P.S. Bob Dylan ist ein Künstler, der wahnsinnig viele Musiker dazu inspiriert hat, seine Songs zu Covern. Und zwar machten sie das so gut, dass viele gar nicht wissen, dass die Songs ursprünglich von Mr. Dylan waren… So zum Beispiel „It Ain’t Me Baby“ (JOHNNY CASH), „Knockin‘ On Heavens Door“ (GUNS’N’ROSES), „Mr. Tambourine Man“ (THE BYRDS) und „All Along The Watchtower“ (JIMI HENDRIX). Na, überrascht?! 😉

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Don P. sagt:

    „Lieber gut abkupfern als selber schlecht erfinden“ ( Chinesische Weisheit )
    Ich covere gerne. Und besonders dann, wenn das Lied anders interpretiert wird als im Original. Ein gutes Beispiel hierfür ist unsere Version eines „Cocker-Klassikers“ den er widerum selber von den Beatles gecovert hat:
    With a little help from my friends …

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  2. Peter Mantel sagt:

    Im Prinzip werden gute Songs überliefert, indem sie immer wieder gecovert werden. Whisky in the jar ist gar eine uralte Volksweise aus Irland und nicht von Thin Lizzy komponiert. Auch nicht von Metallica. Trotzdem ein super Song.
    Die Berliner Philharmoniker covern vermutlich auch alles mögliche von Beethoven, Brahms, Mozart undundund.
    Wo ist das Problem?
    Wie oben schon geschrieben wurde ist nicht jeder ein guter Komponist. Und bevor ich schlechte eigene Songs spiele, spiele ich lieber gute Songs von anderen nach. Macht zumindest mir viel mehr Spass und verwerflich finde ich das überhaupt nicht.

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  3. Peter Jäger sagt:

    Hello,
    spannendes Interessante Thema. Als Musiker habe ich gelegentlich auch öffentlich „gecovert“ und nicht nur die eigenen Songs aufgeführt.
    Und ich muss sagen: Wenn es professionell gespielt wird, dann ist das eine total schöne Sache und geht auch voll rein. Und man lernt viel vom Songwriting und den dazu gehörenden Emotionen.
    Leider sind die Coverbands aus Konkurrenzgründen dazu gezwungen alle möglichen Partysongs etc. zu spielen und das führt in meinen Ohren auch dazu, dass vieles zu Oberflächlich angegangen wird und die Quali leidet.

    Aber generell ist covern eine gute Sache, was ich in der Musikschule auch meinen Schülern beibringe. Learning by doing!

    Rock on……..

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